Tour durch das Valle delle Cartiere


Direkt im Zentrum von Toscolano-Maderno, am Rathaus, beginnt diese Tour. In nur wenigen Minuten läuft man aus dem Stadtzentrum hinaus, hinein in ein Tal und in eine andere Welt. Wasserfälle, dichtes Grün und tiefe Schluchten. Alte bewachsene Ruinen und das Museo delle Carte.

Museo della Carta
Museo della Carta

Startpunkt ist das Rathaus in Toscolano-Maderno. Bereits auf diesem Teil des Weges lassen sich tolle kleine Gässchen und alte "Limonaie" entdecken. Am Torrente Toscolano, der kleine Wildbach der damals die beiden eigenständigen Ortschaften Toscolano und Maderno voneinander trennte, finden wir die alte Brücke. Nach der alten Brücke biegt man nach links ab. Hier beginnt der Weg entlang des Flusslaufs hinein in das Valle delle Cartiere, in das Papiermühlental. Bereits nach wenigen Metern hat man die Stadt und den Gardasee hinter sich gelassen. Dichtes Grün säumt ab hier die geteerte Straße und folgt dem Flusslauf hinein in das Tal. Bereits im Jahr 1381 siedelten sich hier die ersten Papierfabriken an, denn zur Herstellung wurde die Wasserkraft des Flusses genutzt. Zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert wurde das Tal aufgrund der hohen Qualität zum ersten Papierzentrum der Republik Venedig. Dass dieses Tal seine glorreichen Zeiten bereits hinter sich hat, lässt sich an den vielen alten Ruinen der Fabriken erkennen, die heute dicht bewachsen sind.

Museo della Carte

Nach einigen Tunneln erscheint vor uns Maina Inferiore. Diese Papierfabrik war die letzte noch aktive und wurde 1962 geschlossen. Dort findet sich heute das Museo della Carte. In diesem kleinen Museum lässt sich alles über die damalige Papierproduktion erfahren. Die Papiermühlen von Toscolano-Maderno waren damals für ihre einzigartige Qualität in ganz Europa und bis in den Orient bekannt. Jede Papiermühle am Fluss hatte sein eigenes Siegel, das in das Papier eingestanzt wurde. So erkannte man immer das qualitative Papier aus diesem Tal. Das Museum ist in den Sommermonaten täglich von 10 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene sieben Euro.  

 

Nach dem Museum geht die asphaltierte Straße in den Fernwanderweg Basso Via del Garda über. Dieser führt an der kompletten Ost- und Westseite des Gardasees entlang. Auf diesem Abschnitt geht man an mehreren alten Ruinen vorbei. Viele Informationstafeln am Wegesrand geben auch hier noch Aufschluss auf das damalige Leben und Arbeiten im Tal.

Man folgt dem Schotterweg weiter entlang des Papiermühlentals, das sich nun langsam verengt und leicht bergauf führt. In der Schlucht passieren wir den Torrente Toscolano auf einer imposanten Brücke entlang der Felswände. Nach einem kurzen, aber steilen Anstieg kommen wir am oberen Ende des Tals auf die Asphaltstraße, die nach Gaino führt.

Von hier oben bietet sich nach dem anstrengenden Anstieg eine atemberaubende Aussicht über das gesamte Tal. Der Blick reicht über die dicht bewachsenen Berghänge, die alten Papierfabriken bis zum Gardasee am Horizont. Wir folgen der Straße in Richtung Gaino, die von vielen Olivenbäumen gesäumt ist. Bereits hier lässt sich ein Blick auf die Chiesa San Michele erhaschen, das nächste Ziel dieser Tour. An der Via Camerale halten wir uns rechts. An der Via Folino Cabiana biegen wir links ab. Wir folgen der Straße bis zu einer Kreuzung. Hier gehen wir die Straße Via Monte Suello rechts hinunter. Auf diesem Weg biegen wir die Nächste nach links ab in die Via dell'Era. Da es sich hier um ein Wohngebiet handelt, kann man sich in den kleinen Straßen schnell verlaufen. Es hilft sich einfach an die grobe Richtung zu halten, in der man die Kirche vorher gesehen hat oder die Einheimischen zu fragen, die hier in ihren Gärten sitzen.

Man erreicht die Chiesa San Michele und wird mit einem weiteren tollen Ausblick belohnt. Diesmal über der Stadt Toscolano-Maderno und den Gardasee.

Nach diesem Stopp geht es auf der großen Straße zurück nach unten. Entlang der Fahrstraße führen kleine Wege an der Seite ins Tal und kürzen die Serpentinen teilweise ab. Auf den schmalen Straßen kommen wir zurück in die Stadt und zur alten Brücke in Toscolano.