Monte Castello di Gaino


Bereits in meinen ersten Wochen hier am Gardasee habe ich diesen Berg entdeckt. In Form eines Zuckerhuts ragt er direkt am See empor und sieht einfach verlockend aus. Von dort oben hat man bestimmt einen tollen Blick. 

Nach langwieriger Internetrecherche und dem Kauf eines Wanderführers später machte ich mich endlich auf den Weg. Bereits um 5:30 Uhr Morgens klingelte der Wecker. Für diesen Tag sind über 30 Grad angesagt und ich habe keine Lust darauf, in der Mittagshitze umher zu wandern. Ich schwinge mich auf meine Vespa und düse im Morgengrauen am See entlang, einen kleinen Pass hinauf, bis in das Örtchen Navazzo. 

Gipfelkreuz Monte Castello

Der Monte Castello di Gaino ist in etwa 866m hoch. Diese kleine Bergtour ist zwar nur etwa 5km lang, doch auf den letzten Metern ganz schön Kräfte raubend. 

Ich parke meinen Roller an der Kirche Santa Maria am südlichen Ortseingang von Navazzo. Hinter der Kirche führt ein kleiner Weg hinauf in den Wald. Ich quere eine Fahrstraße. Hier sollte man sich unbedingt einmal umdrehen und schauen, wo dieser kleine Weg zurück zur Kirche beginnt. Denn gerade jetzt, im Juni, ist dieser Weg stark zugewachsen. 

Der Weg schlängelt sich langsam durch den Wald, der bei diesen Temperaturen angenehmen Schatten spendet. Kleine Markierungen an Bäumen oder Steinen zeigen an, dass man sich noch auf dem richtigen Weg befindet. Ich passiere einen ehemaligen Bunkereingang. Der Weg verläuft nun auf dem Bergkamm entlang. Immer noch auf der Schattenseite des Berges, einfach super angenehm. 

Ab hier beginnt der anstrengender Teil dieser Bergtour. Der Weg beginnt sehr steil und felsig zu werden. Der Weg ist sehr naturbelassen und teilweise etwas eingewachsen. Hier sollte man also aufmerksam den Wegmarkierungen folgen. Seilsicherungen geben hier zusätzlichen Halt. 

Gerade beim Abstieg sollte man hier sehr konzentriert gehen und darauf achten, wohin man tritt. Fast bis ganz oben wandert man durch den dichten Wald. Erst ganz oben öffnet sich auf einmal der Wald und man steht auf dem Gipfel. Ein unbeschreibliches Gefühl aus dem Nichts plötzlich das ganze Panorama genießen zu können. Vom Gipfel aus sieht man auf den benachbarten Monte Pizzoccolo und das darunterliegende Örtchen Toscolano-Maderno. Man sieht den Gardasee in voller Pracht und bis ans andere Ufer. Auf der anderen Seite sieht man die grünen Berghänge und die dahinterliegende Berglandschaft. Dadurch das der Monte Castello so alleine steht, kann man hier ein 360 Grad Panorama genießen, für das sich der Aufstieg vollkommen lohnt. Hier sollte man unbedingt eine Zeit lang verweilen und das Ganze auf sich wirken lassen. 

Für den Aufstieg braucht man in etwa 45 - 60 Minuten. Je nach Kondition und Trittsicherheit im oberen Teil. Der Abstieg ist über die selbe Route empfehlenswert.