Die richtige Lawinenausrüstung


Man wünscht es Keinem, doch sollte der Fall der Fälle eintreten, ist die richtige Ausrüstung lebensrettend. Ab dem Zeitpunkt der Verschrottung eines Kameraden bleiben in etwa 15 Minuten, in denen die Überlebenschancen am Besten sind. Danach geht die Kurve steil bergab und es zählt jede Sekunde. 

Um im Ernstfall Bestens vorbereitet zu sein, sollte Jeder einmal einen Lawinenkurs belegt haben, um zu wissen was zu tun ist. (Siehe dazu auch diesen Blogpost)

Gleichzeitig kommt es aber auch auf das richtige Equipment an. Doch was gehört zur absoluten Grundausstattung? 

Sondieren im Schnee

LVS Gerät

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten der Lawinenrettung - Die Kameradenrettung und die Rettung durch die Einsatzkräfte. Dabei geht oft Beides Hand in Hand. Um keine Zeit zu verlieren, sollte man dennoch (nach dem Verständigen der Rettungskräfte) bereits selbst mit der Kameradensuche beginnen. Denn nur innerhalb der ersten 15 Minuten ist die Überlebenschance relativ hoch. 

Ein absolutes Must-Have der Notfallausrüstung ist daher ein LVS Gerät. Diese Abkürzung steht für Lawinenverschüttetensuchgerät. Diese Geräte gibt es von den verschiedensten Anbietern, funktionieren aber alle nach dem gleichen Prinzip. Vor jeder Tour stellst du dein Gerät auf Senden. Solltest du nun von einer Lawine verschüttet werden, können deine Kameraden ihre Geräte in den Such-Modus umstellen und deine Sende-Signale unter dem Schnee orten. Das LVS Gerät sollte am Besten eng am Körper getragen werden. Denn sollte der Rucksack verloren gehen bringt es dir nichts, wenn deine Freunde das Gerät in deinem Rucksack orten können, während du selbst ganz woanders begraben bist. 

Außerdem sollte regelmäßig der Umgang mit diesen Geräten geübt werden. In solchen Stresssituationen ist es wichtig, dass man direkt weiß was zu tun ist und effektiv handeln kann.  

 

Ich persönlich benutze den Pieps DSP Sport. Dieses 3-Antennen-Gerät hat nur eine Funktionstaste um zwischen den verschiedenen Modi zu wechseln und ist daher sehr einfach zu handhaben. Durch eine automatische Funktion schaltet das Gerät nach einiger Zeit vom Suchen in den Sendemodus, wenn es nicht bewegt wird. Das ist besonders hilfreich, wenn man im Ernstfall von der Lawine überrascht wird und aus welchen Gründen auch immer das Gerät im Such-Modus hat. Über die Markierfunktion (das Fähnchen auf dem Display) können außerdem die Standorte mehrerer Verschütteter gespeichert werden, um möglichst effizient vorgehen zu können. 

Mehr zu diesem LVS Gerät findest du hier auf der offiziellen Homepage.

Lawinenverschüttetensuchgerät
Bildquelle: www.pieps.com/lvs-geraete

Lawinensonde

Hat man den Verschütteten lokalisiert, geht es an die Feinsuche um festzustellen, wo und wie tief man graben muss. Dabei sollte man auf hochwertige und stabile Sonden wert legen. Eine Lawine besteht nicht nur aus lockerem Pulverschnee sondern kann alles mitreißen - Eisbrocken, Äste und so weiter. Dünne, unstabile Sonden geben dabei schnell auf und lassen sich ablenken.

 

Ich habe immer die Pieps Sonde Alu 260 im Rücksack. Diese Wurfsonde ist schnell und einfach aufgespannt und die Carbonfaser/ Aluminium Legierung machen sie sehr stabil, sodass sie sich auch von größeren Widerständen in der Lawine nicht ablenken lässt. 

Mehr zu dieser Sonde findest du hier auf der offiziellen Homepage.

Lawinensonde
Bildquelle: www.pieps.com/sonden

Schaufel

Eine hochwertige Schaufel spart im Ernstfall nicht nur Zeit, sondern auch Kraft. Besonders beliebt und effektiv sind dabei Schaufeln mit Teleskopgriff, da dadurch ein längerer Hebel erzeugt werden kann, der das Graben erleichtert. Auch ein robuster Griff ist von Vorteil, den man sollte auch mit Fäustlingen oder zitternden Händen einen festen Griff haben um möglichst kraftvoll und effizient zu graben. 

 

Bei Lawinenschaufeln gibt es mittlerweile auch eine große Auswahl. Ich selbst nutze die Pieps Tour, welche besonders leicht ist. Außerdem finde ich die Form des Griffs sehr praktisch da dieser auch mit Fäustlingen gut zu greifen ist. 

Mehr zu dieser Schaufel findest du hier auf der offiziellen Homepage.

Lawinenschaufel
Bildquelle: www.pieps.com/schaufeln

Recco Reflektoren

Die Verschüttetensuche über die Bergwacht erfolgt meist über das Recco System. Dieser einfache Reflektor wirft die Strahlung der Detektoren zurück und so können die Rettungskräfte Verschüttete schnell orten. Dieser Reflektor ist auch wie jede andere Lawinenausrüstung keine Garantie dafür, dass man nicht verschüttet oder rechtzeitig gefunden wird, doch bietet den Rettungskräften eine zusätzliche Chance dich schnellstmöglich zu finden.

Für den Wintersportler selbst ist dieses System ebenfalls sehr praktisch. Der Reflektor ist einfach gehalten und wird einfach aufgeklebt, beispielsweise auf den Skischuh. Einmal angebracht muss man sich nicht weiter darum kümmern, denn der Recco Reflektor funktioniert ohne ihn extra einschalten zu müssen oder dass die Batterien leer werden. Diese Reflektoren kosten um die 20 Euro. Eine einmalige Investition, die sich meiner Meinung nach lohnt. Viele Hersteller verarbeiten diese Reflektoren mittlerweile auch in Skihosen oder Skijacken. Diese Produkte sind gut sichtbar mit dem Recco Logo ausgestattet. 

Die Recco Reflektoren sind in vielen Wintersportgeschäften oder auch online erhältlich, beispielsweise hier. 

Bildquelle: www.bergsport-welt.de
Bildquelle: www.bergsport-welt.de

Erste-Hilfe-Set

Ein Erste-Hilfe-Set gehört meiner Meinung nach ebenfalls zur absoluten Grundausrüstung, sowohl auf der Piste als auch Abseits. Besonders die Rettungsdecke ist für Ausflüge in die Berge wichtig. Egal ob im Sommer auf einer Bergtour oder im Winter auf Skitour, diese kann einen Verletzten vor Unterkühlung bewahren, bis die Rettungskräfte an der Unfallstelle eintreffen. 

Handy

Ich denke ein Handy hat mittlerweile fast jeder in der Tasche, wenn er aus dem Haus geht. Auch beim Freeriden sollte darauf nicht verzichtet werden. Im Ernstfall ist es wichtig schnell Hilfe anfordern zu können. 

Kennt man sich in dem Gelände noch nicht so gut aus, sollte man sich unbedingt die Eckdaten der Route vorab erklären lassen. Durch welches Tal läuft man, an welcher Hütte vorbei oder was ist Start- und Zielpunkt? Ist ein Kamerad verschüttet ist es sehr wichtig den Rettungskräften die Stelle so genau wie möglich zu beschreiben, um keine wertvolle Zeit zu verlieren. 

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Nicht nur die richtige Lawinenausrüstung kann Leben retten, sondern auch die richtige Vorbereitung. Wie man den Lawinenlagebericht richtig liest und interpretiert oder woran man potenzielle Lawinen erkennen kann, erfährst du im folgenden Blogpost.