Die Hündin kastrieren lassen


Kastrieren lassen oder nicht? Dabei handelt es sich um eine Grundsatzdiskussion und das sollte vermutlich jeder Hundebesitzer für sich selbst entscheiden. Vorab möchte ich aber sagen, dass eine Kastration keine Lösung ist, wenn man sich eine grundlegende Verhaltensänderung des Hundes verspricht. Man sollte die Vor- und Nachteile eines solchen Eingriffs für sich selbst und vor allem für den Hund gründlich abwägen und sich auch über mögliche Nebenwirkungen und Risiken beim Tierarzt informieren. In diesem Artikel soll es nicht darum gehen, ob eine Kastration sinnvoll ist oder nicht, sondern was auf den Hund und den Besitzer vor, nach und während eines solchen Eingriffs zukommt. 

Hündin nach Kastration mit Anzug

Sterilisieren oder Kastrieren?

Ich selbst dachte eine lange Zeit, dass man die Begriffe jeweils für das unterschiedliche Geschlecht verwendet: Hündinnen werden sterilisiert und Rüden kastriert. Doch das ist falsch. 

Ab wann kann ich meine Hündin kastrieren lassen?

Hündinnen werden in der Regel zweimal im Jahr läufig. In dieser Zeit sind sie besonders attraktiv für Rüden und empfängnisbereit. In unserer Praxis wurde eine Kastration frühestens drei Monate nach der ersten Läufigkeit empfohlen. Erst dann scheinen die Geschlechtsorgane und das Verhalten des Hundes vollständig entwickelt. Im Zweifelsfall sollte man hier aber immer mit seinem Tierarzt vor Ort sprechen und sich entsprechend beraten lassen.

Was muss ich vor der Kastration meiner Hündin beachten?

Ebenso wie bei uns Menschen, muss auch ein Hund nüchtern zur Operation erscheinen. Das heißt, die Hündin darf etwa zwölf Stunden vor dem Eingriff nichts mehr essen. Am OP-Tag selbst sollte sie bis zu vier Stunden vorher nichts mehr trinken.

Wie läuft eine Kastration ab?

Die Hündin bekommt eine Spritze und schläft dann ein. Die Kastration ist in den Praxen/ Kliniken, die ich kenne, ein Routineeingriff und findet unter Vollnarkose statt. Bei der Operation werden der Hündin die beiden Eierstöcke und die Eileiter entfernt. In der Tierarztpraxis, in der wir mit unserer Hündin waren, wird außerdem die ganze Gebärmutter entfernt. Unser Tierarzt sagt, dass ein Organ, das keine Funktion im Körper mehr besitzt, tumoranfälliger ist und daher präventiv entfernt wird. Im Internet habe ich gelesen, dass manche Ärzte nur einen Teil der Gebärmutter entfernen, sollte der restliche Teil gesund sein. Da ich mich aber nicht auskenne und auch nicht Tiermedizin studiert habe, überlasse ich diese Entscheidung den Experten. 

Nach dem Eingriff wird die Bauchdecke mit sich selbstauflösenden Nähten vernäht. Die Hautnähte der äußeren Schicht werden nach etwa zehn Tagen vom Tierarzt gezogen. Ein Wundpflaster schützt die Naht bis zur Wundkontrolle. Nachdem die Hündin aufgewacht ist, können die Besitzer sie wieder mit nach Hause nehmen. Unsere Hündin war in den ersten Stunden noch etwas neben der Spur, hat sich aber bereits im Laufe des ersten Tages gut erholt. 

Was muss ich nach der Kastration beachten?

Direkt nach der Kastration wird die Wunde vernäht und abgeklebt. Ein Body soll die Wunde zusätzlich schützen. In den ersten Tagen der Operation ist es nämlich essenziell wichtig, dass der Hund oder die Hündin, die Wunde in Ruhe lässt. Das heißt, weder Kratzen noch daran Schlecken ist erlaubt. Sollte der Hund dennoch nicht von der Narbe ablassen, muss ein Kragen angelegt werden. Als Hundebesitzer sollte man hier wirklich konsequent sein, denn ansonsten muss eventuell nachoperiert werden. In den ersten Tagen bis zur Wundkontrolle wird außerdem empfohlen, den Hund an der "kurzen Leine" zu halten. Sprich, die Hündin nicht allzu viel herumspringen zu lassen, um sich zu schonen. Das verhindert, dass die Nähte unnötiger Belastung ausgesetzt werden und in Ruhe verheilen können.

 

Medikamente hat unsere Hündin einmal direkt nach dem Eingriff vom Tierarzt bekommen. Das Mittel sorgt dafür, dass die Hündin den ersten Tag über keine allzu großen Schmerzen hat. Zusätzliche Medikamente mussten wir nicht verabreichen, ich kann mir aber vorstellen, dass auch das sehr individuell ist. Nach wenigen Tagen möchte der Tierarzt ohnehin die Hündin noch einmal sehen, kontrolliert die Wunde, kann die Situation dann am besten einschätzen und entscheidet über das weitere Vorgehen. Nach etwa 10 - 12 Tagen werden dann die Fäden gezogen. 

 

Der Eingriff verändert den Stoffwechsel und den Appetit des Tiers. Daher kann es sein, dass einige Hunde nach der Operation dicker werden. Es empfiehlt sich erst einmal die Menge des Futters zu reduzieren, sich ausreichend mit dem Hund zu bewegen und das Gewicht im Auge zu behalten.

Was kostet eine Kastration bei der Hündin?

Generell sind die Kosten bei einer Kastration einer Hündin höher als bei einem Rüden, da auch der Eingriff größer ist. Je nach Tierarztpraxis kann das stark variieren. Aus Erfahrung können wir sagen, dass die Preise meist zwischen 200 und 350 Euro liegen, wenn man eine Hündin kastrieren lassen möchte. Die Nachbehandlung, Kontrollen und Material wie Body oder Kragen waren bei uns in diesem Preis enthalten. Ich empfehle aber, dass du in deiner Tierarztpraxis nach dem genauen Preis fragst und mich nicht auf diese Angaben festnagelst :-).