Warum die digitale Welt eigene Abenteuer einschränkt


Über die böse, digitale Welt liest man viel. Doch wo wären wir heute ohne sie? Schon längst ist das Leben ohne Internet und Smartphone kaum mehr vorstellbar. Wir vergessen, dass man von Flughäfen abfliegen kann, ohne es vorher auf Facebook zu posten oder dass Essen auch dann schmeckt, wenn man es nicht vorher seiner Instagram Community unter die Nase hält.

Ich stöbere auf Instagram, sehe Plätze, an denen ich gerne stehen würde, Klamotten, die ich gerne tragen würde und leckere Gerichte, die ich gerne essen würde. Als totaler Pinterest Fan speichere ich mir diese Ideen natürlich ab, in der Hoffnung diese einmal selbst zu machen oder zu erleben. Doch genau darin liegt eigentlich schon der Fehler.

 

Mir gefällt der Gedanke, mir Inspiration bei Anderen zu holen. Doch für Viele scheint es darum zu gehen, genau das Gleiche zu erleben. Wir vergessen dabei, wie schön es sein kann, einfach der Nase nach loszuziehen und die Welt auf eigene Faust zu entdecken. Ich liebe es eine Stadt ohne Stadtplan zu erkunden. Die entlegensten Gegenden zu Fuß zu entdecken oder mit meiner Vespa durch kleine Gassen zu düsen, in die ein Auto gar nicht mehr fahren kann.

 

Ich stelle mir oft vor, an welchen großartigen Dingen wir einfach blind vorbei gehen, um diese eine Location zu finden, die wir gesehen haben oder das Restaurant, von dem wir gelesen haben. Wir vergessen dabei, die Augen offen zu halten und folgen dabei blind unserem Smartphone oder den Empfehlungen anderer.

Ich will nicht genau das Haus finden, an dem man schöne Fotos machen kann. Ich will nicht genau in dem Restaurant essen, in dem das Essen einfach nur schön aussieht. Ich will nicht das zu tun was alle tun.

Ich will das Haus finden, das sonst keiner gesehen hat. Ich will das Essen, was mir die Einheimischen kochen und in einem kleinen Nebenzimmer servieren. Ich will entdecken und in der Stadt verloren gehen. Ich will begeistert und enttäuscht werden. Ich will zurückfinden und gefunden werden. Denn das ist der beste Weg, seine eigene Geschichte zu schreiben.

Leere Straße in Irland

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